Vom Profispieler zum Projektmanager bei der Home of Esports AG

Mit SPARX ESPORTS unterhält die Home of Esports AG sein eigenes Profiteam. Das Ziel ist eines Tages mit der Weltspitze mithalten zu können. Im Moment ist die Schweiz im weltweiten Vergleich in den wichtigsten Disziplinen unterrepräsentiert und in den meisten Fällen unterlegen. Dass das Land damit nicht nur einen Trend, sondern eine wirtschaftliche Chance verpasst, steht ausser Frage. SPONSOR und Newzoo rechnen im Jahr 2022 mit einem weltweiten Erlös von über 1,6 Mrd. US-Dollar – mit den grössten Anteilen für Medienrechte, Sponsorship und Werbung. Der Anteil der Schweiz dürfte dabei verschwindend gering sein. Das liegt nicht zuletzt daran, dass professionelle Spieler und Teams aus der Schweiz schlicht Mangelware sind.

Es beginnt mit dem Profiteam - ein Augenöffner

Reichweiten Esports Teams

Je grösser die Fanbase des Einzelspielers, desto größer die Reichweite für das gesamte Team und je grösser die Gesamtreichweite aller Teams innerhalb eines Events, desto grösser der zu erwartende Reach eines Events auf verschiedensten Plattformen – selbst ohne konkrete Zahlen sollte diese Milchmädchen-Rechnung durchaus Sinn machen. Und während in den USA Teams beginnen sich selbst Tempel zu bauen, die gleichzeitig massive Contentproduktionsstätten darstellen,  sind in der Schweiz selbst finanzierte „Gaminghäuser“ das Mass aller Dinge. SPARX ESPORTS kann seit diesem Monat einen Trainingsraum innerhalb des Bürogebäudes der Home of Esports AG nutzen. Hier können sich die Spieler auf wichtige Events vorbereiten oder Content für sich und die Fangemeinde von SPARX ESPORTS produzieren. Dreh und Angelpunkt für Reichweite und dementsprechend Interesse an einem Event, einem Turnier, einer Liga oder gar einer schlichten Online-Aktivierung, sind dabei die Spieler und ihre Teams.

Inhouse-Kompetenz für die Zukunft

Mit Manuel ‚SolEk‘ Zeindler, kümmert sich ein ehemaliger, internationaler Profispieler mit Schweizer Wurzeln mit um das Tagesgeschäft bei SPARX ESPORTS. „Zunächst einmal denken viele junge, vor allem männliche Kollegen und Freunde, dass es wie ein Traumberuf sein müsste. Zu einem gewissen Grad stimmt dies auch.“, so Manuel über seine Zeit als Profispieler, „Dennoch vergessen viele dabei, dass dies auch viel Opferbereitschaft erfordert.“ Freunde, die andere Hobbies hatten wie Fussball oder Tennis, wären damals teilweise nicht gut auf ihn zu sprechen gewesen: „Denn dann wenn sie ihren Feierabend hatten, ging bei mir die „Arbeit“ erst richtig los. Nämlich Abends.“ Erst als der Stein bei ihm ins Rollen kam, hätten Freunde und Verwandte angefangen sich damit zu brüsten, dass sie einen Gamer kannten, der damit sein Leben finanziere. Dies zaubere ihm heute zurückblickend ein kleines Lächeln ins Gesicht. „Zu meiner erfolgreichsten Zeit war der Zeitaufwand immens. Man war von Sonntag bis Donnerstag, jeden Abend, im virtuellen Training und Tagsüber hat man seinen „normalen“ Beruf ausgeführt. Damals wurde, gerade in der Schweiz, Gamen nicht wirklich als Berufszweig angesehen, weshalb man im Hinterkopf immer diesen Druck gehabt hat, dass man auf jeden Fall „normal“ arbeiten sollte, damit später keine Lücke im Lebenslauf zu finden ist.“

Von 7:00 bis 23:00Uhr arbeiten. Täglich. Wenn die offiziellen Spieltage beendet waren. Jeder Tag sei fest verplant gewesen und auch das Wochenende habe stark darunter gelitten. „An Wochenenden wurden meist die grossen Turniere gespielt ob Online oder Offline auf irgendwelchen Events rund um den Globus.“, doch, „Es liest sich sehr negativ und genau da will ich umlenken. Natürlich kostet es viel Zeit aber man erlebt Sachen die ich so wahrscheinlich nie hätte erfahren dürfen.  Ich habe Freunde gefunden, die bis heute mit mir in gutem Kontakt stehen und man nimmt Abseits von der digitalen Welt an deren Leben teil. Es wären Freunde, Bekannte, die ich so nie kennengelernt hätte. Diese Menschen möchte ich auch niemals missen in meinem Leben. Alleine für diese hat es sich gelohnt so viele Jahre, so viel Zeit zu investieren.“

Manuel

So kann die Schweiz aufholen

Zuerst muss das Land und die Bevölkerung verstehen, welche Ressourcen im Esport stecken. Für die Wirtschaft, für die Kultur, das Bildungswesen und nicht zuletzt auch für die Kinder und Heranwachsenden. Wer sich im Esport engagiert, sei es als Redakteur, Admin, Team Manager oder eben als Spieler, der schafft sich eventuell ein zweites, oder vielleicht sogar erstes, Standbein für das Berufsleben. Manuel Zeindler dazu: „Wenn ich auf die 17 Jahre gamen und 10 Jahre als professioneller Spieler zurückblicke, bereue ich gar nichts. Man nehme meine heutige Situation zum Beispiel. Dieses Netzwerk, welches ich mir aufgebaut habe, verschaffte mir meine heutige Arbeit genau in diesem Bereich. Somit konnte ich zum zweiten Mal meine Leidenschaft zum Beruf machen.“ Über den Bildschirmrand hinaus zu schauen ist nur der erste Schritt. Die Potenziale für die Gesellschaft zu entdecken ist der zweite. Der Dritte, ist diese Möglichkeiten dann auch zu nutzen.

Hopp! Schwiiz!